Greentech Logo
  • Home
  • 2. Regionalforum 2016
2.Regionalforum

2. Regionalforum 2016

Regionalforum ging Wasserwirtschaft auf den Grund

greentech OSTFRIESLAND hatte nach Weener eingeladen

Emden/Weener – Mit dem Thema „Nachhaltige Wasserwirtschaft“ hat sich am Mittwoch das 2. Regionalforum 2016 der Initiative greentech OSTFRIESLAND in der Papierfabrik Klingele in Weener befasst. „Grüne Technologien sind mehr als nur On- und Offshore-Windenergie, sie decken gerade hier in der Region ein sehr breites Spektrum ab“, erläuterte Prof. Dr. Gerhard Kreutz, Präsident der Hochschule Emden/Leer, und verwies damit auf das Thema des Tages. Rund 60 Teilnehmer folgten den Ausführungen der vier Referenten, die Lösungsansätze für einen besseren Umgang mit der Ressource Wasser, innovative Abwasserreinigungs-Technologien und Strategien zur Schadstoffvermeidung vorstellten.

„greentech OSTFRIESLAND ist etwas, womit wir uns sehr gut identifizieren können“, sagte Klingele-Geschäftsführer Thilo-Hubertus Kuhl. Warum dies der Fall ist, wurde durch den Vortrag von Thomas Wischeropp, Betriebsleiter bei Klingele in Weener, deutlich: Das Unternehmen führt seit vielen Jahren einen Großteil des so genannten Prozesswassers, das für die Papierproduktion benötigt wird, nach der Reinigung und Aufbereitung dem System wieder zu. Das nicht mehr zu verwendende Wasser wird in einer unternehmenseigenen biologischen Kläranlage mit angeschlossener Biogasproduktion gereinigt und das Biogas für den Betrieb in Strom und Wärme umgewandelt. Einen etwas genaueren Einblick in diese Prozesse erhielten die Besucher während einer Führung durch das Werk. Die Moderation der Veranstaltung hatte Dr. Stephan Kotzur vom Hochschulinstitut Logistik (HILOG) übernommen.

????????????????????????????????????

2. Regionalforum 2016 (v.l.: Prof. Dr. Gerhard Kreutz, Dr. Jan Amelsbarg, Dr. Norbert Greiser, Dr. Frank Uhlenhug, Enno Klaaßen,, Henner Meyer, Thilo-Hubertus Kuhl und Thomas Wischeropp.

Dr. Frank Uhlenhut von der Hochschule Emden/Leer beschäftigt sich unter anderem mit der Simulation biologischer Prozesse in Klär- und Biogasanlagen. Laut Uhlenhut werden rund 80 Prozent des Trinkwassers dazu benutzt, um Schmutz zu transportieren, also zum Duschen, zum Waschen oder für die Toilettenspülung. Um dieser Form der Verschwendung entgegen zu wirken, gebe es unterschiedliche Lösungsansätze. Einer davon wäre es, die verschiedenen Abwasserarten zu selektieren und wieder zu nutzen. So könnte beispielsweise mit Fäkalien verunreinigtes Wasser als Dünger oder in Biogasanlagen und wiederum das verbrauchte Dusch- und Waschwasser für die Toilettenspülung verwendet werden.

Dr. Norbert Greiser vom Unternehmen Sell-Greiser-Consultants ging während seines Kurzvortrags „Dem Schlamm mit Ultraschall auf den Grund“. Das Unternehmen aus Emden hat sich auf die Entwicklung spezieller Technologien spezialisiert, um in von Verschlickung betroffenen Gewässern eine sichere Wassertiefe für Schiffe herzustellen. Dazu wird im Vorfeld die im Wasser vorhandene Schlammschicht mit einem Ultraschall- Signalprozessor untersucht und analysiert.

Einen weiteren interessanten Ansatz zur Behandlung von Abwasser stellten Enno Klaaßen und Henner Meyer von der ostfriesischen Geschäftsstelle des Ingenieurbüros Born&Ermel aus Aurich vor. Das Unternehmen beschäftigt sich unter anderem mit dem Thema Kläranlagentechnik. Meyer analysiert derzeit an der Kläranlage im Auricher Ortsteil Haxtum im Zuge seiner Bachelorarbeit an der Hochschule Emden/Leer das Verhalten so genannter Fadenbakterien in der Anlage, die zu ungewünschter Bildung von Blähschlamm und Schaum führen. Eine Alternative zur Symptombehandlung mit Aluminiumsulfat stellt demnach der Einsatz eines so genannten aeroben Selektors dar, der bewirkt, dass für die Fadenbakterien ein ungünstiges Wachstumsklima herrscht und die für den Reinigungsprozess notwendigen Flockenbakterien einen Konkurrenzvorteil erlangen.