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Wenn die Offshore-Windkraftanlage ausgedient hat

EU bewilligt Projekt der Hochschule Emden/Leer mit zwölf Partnern

Windpark

Emden/Leer – Den Abbau abgängiger Offshore-Windkraftanlagen logistisch verbessern und die damit verbundenen CO2-Emissionen möglichst gering halten – das ist das Ziel eines neuen, nachhaltigen Forschungsprojekts, das die Hochschule Emden/Leer jetzt gemeinsam mit zwölf internationalen Partnern angehen wird. Die Bewilligungsentscheidung für das Projekt „DecomTools“ als Bestandteil des Interreg North Sea Region-Programms fiel in der vergangenen Woche.

Die meisten Windkraftanlagen auf See haben eine Betriebslizenz für 20 bis 25 Jahre. Danach muss eine Verlängerung der Lizenz beantragt werden. Alternativ können einzelne Bauteile durch moderne Komponenten ersetzt werden (Repowering), oder die Anlage wird zurückgebaut.

„Im Projekt geht es beispielsweise darum, herauszufinden, unter welchen Bedingungen Repowering technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist“, so Dr. Stephan Kotzur, Leiter des Hochschul Instituts Logistik (HILOG). Bisher gebe es im Bereich Offshore noch kein Repowering, da die Betriebserlaubnis für die meisten Anlagen noch nicht ausgelaufen sei. Zudem stelle sich die Frage, wie die einzelnen Komponenten sinnvoll entsorgt werden können. Das HILOG ist gemeinsam mit dem Fachbereich Seefahrt und Maritime Wissenschaften der Hochschule federführend an der Umsetzung von „DecomTools“ beteiligt.

Weiterhin soll untersucht werden, wie sich schiffstechnische und logistische Prozesse beim Rückbau optimieren lassen könnten und welche Voraussetzungen ein Hafen erfüllen muss, um beim Rückbaugeschäft mitzuwirken zu können. „Um diese Abläufe am Ende der Laufzeit möglichst kostengünstig zu gestalten und den ökologischen Fußabdruck zu minimieren, sollen im Projekt nachhaltige Prozesse gefunden werden, um möglichst viel CO2 und Kosten einzusparen“, so Prof. Dr. Marcus Bentin, Dekan des Fachbereichs Seefahrt und Maritime Wissenschaften.

Dabei wird die Forschung durch Validierungsprojekte in den Niederlanden, Belgien und Dänemark unterstützt. So kann beispielsweise auf die Erfahrungen aus dem Rückbau von Öl und Gasplattformen in der Nordsee der Projektpartner aus Aberdeen und Haugesund zurückgegriffen werden. Als Demonstrationsobjekt  für den „End of Life Product Cycle“ dient der Windpark der Samso Kommune in Dänemark, der im Jahr 2003 mit zehn Turbinen errichtet wurde.

Neben der Hochschule sind  auch das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) sowie weitere Partner aus Dänemark, Belgien, den Niederlanden, England und Norwegen an „DecomTools“ beteiligt. Die Laufzeit des Projekts beträgt vier Jahre. Das Gesamtbudget liegt bei rund 4,7 Millionen Euro .

Info:

Interreg ist Teil der Struktur- und Investitionspolitik der Europäischen Union. Seit mehr als 20 Jahren werden damit grenzüberschreitende Kooperationen zwischen Regionen und Städten unterstützt, die das tägliche Leben beeinflussen, zum Beispiel im Verkehr, beim Arbeitsmarkt und im Umweltschutz.

Foto: Abdruck honorarfrei, pixabay