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Regionalforum 2015

Regionalforum 2015 – Auftakt für die grüne Welle

Emden. Mit vielen gespannten Teilnehmern aus Wirtschaft und Politik ist am Dienstag das „Regionalforum greentech Ostfriesland“ an der Hochschule Emden/Leer gestartet. Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung im vergangenen Jahr wurde damit der nächste Schritt getan, um die Idee hinter der Netzwerkinitiative, Ostfriesland zur Modellregion für grüne Technologien zu machen, in die Tat umzusetzen.

Initiator des innovativen Projekts sind neben der Hochschule Emden/Leer die Handwerkskammer für Ostfriesland und die Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg (IHK). Wie der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer, Dr. Jan Amelsbarg, in seiner gemeinsamen Begrüßungsrede mit Hochschulpräsident Prof. Dr. Gerhard Kreutz sagte, spielten die grünen Technologien eine Schlüsselrolle in der regionalen Wirtschaft und würden sich bereits heute auf die Unternehmensführung auswirken. In Ostfriesland seien die kleinen und mittelständischen Unternehmen besonders stark vertreten. Da diese jedoch meist nicht über eigene Forschungsabteilungen verfügten, könnten an dieser Stelle die Ressourcen der Hochschule optimal genutzt werden, wie Kreutz ergänzte. Er betonte auch, dass es für ein gutes Gelingen den „politischen Flankenschutz“ der hiesigen Mandatsträger bräuchte.

Denjenigen, die laut Amelsbarg bereits zu den „greentech-Playern“ in der Region gehören, einen intensiven Austausch zu ermöglichen, ist das Ziel der zweitägigen Veranstaltung. Neben einer umfassenden Unternehmensausstellung im Coram der Hochschule standen am Dienstag mehrere Fachvorträge auf dem Programm. Den Anfang machte bei der Eröffnung Prof. Dr. Alexander Sauer, Leiter des Instituts für Energieeffizienz in der Produktion (EEP) an der Universität Stuttgart und des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart. Er gewährte Einblicke in die Forschungen zu einer „Ultraeffizienzfabrik“ und stellte dabei gesellschaftliche wie wirtschaftliche Einflüsse vor.

Bei einem abendlichen Empfang in der Emder Johannes-a-Lasco-Bibliothek hatten die Teilnehmer noch einmal die Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen.

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Fotos: Abdruck honorarfrei
v.l.n.r.:  Ines Kolmsee, Vorstandsmitglied der EWE AG / Kay Nitsche, Leiter der Abteilung Naturschutz, Wasserwirtschaft und Bodenschutz im niedersächsischen Umweltministerium / Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt

Abendveranstaltung zum Regionalforum 2015:

Intelligent produzieren und verteilen

Emden – Fakten auf den Tisch: Dass der Ausbau der erneuerbaren Energien zum einen unzählige Chancen bietet, aber auch mit Problemen verbunden ist, die es rechtzeitig und auf intelligentem Weg zu lösen gilt, ist am Dienstagabend während eines Empfangs zum „Regionalforum greentech Ostfriesland“ in der Emder Johannes-a-Lasco-Bibliothek verdeutlicht worden. Die Hochschule Emden/Leer hatte gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg (IHK) und der Handwerkskammer dazu eingeladen.

„Können Sie sich noch an ihren letzten Stromausfall erinnern?“, fragte Ines Kolmsee, Vorstandsmitglied der EWE AG, zu Beginn ihres Vortrags die rund 220 Gäste. Kolmsee verwies damit auf die hohe Verlässlichkeit der Stromversorgung und darauf, dass dies in anderen Ländern ganz und gar nicht selbstverständlich sei. „Versorgungssicherheit ist ein hohes Gut“, gab sie zu bedenken.

Bis zum Jahr 2050 soll der Stromverbrauch in Deutschland zu 80 Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt sein. Die EWE Netz habe seit dem Jahr 2010 rund 40 Millionen Euro in diesen Bereich investiert. Was sich zunächst gut anhört, ist aber auch mit weniger guten Umständen verbunden: So gebe es laut Kolmsee immer mehr so genannte Notfalleingriffe, bei denen ein Ausgleich, der inzwischen im zweistelligen Millionenbereich liege, an Erzeuger für überschüssigen produzierten Strom gezahlt werden müsse. Dies werde weiter zunehmen, das System müsse also flexibilisiert und angepasst werden.

Kolmsee verwies in diesem Zusammenhang auf das Projekt „enera“, mit dem sich die EWE für das Förderprogramm „Schaufenster Intelligente Energie“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) bewerben möchte. Dabei wird Ostfriesland als Modellregion für eine Erfassung des Energiebedarfs und der bestehenden Ressourcen sowie der optimierten Verteilung von Energie herangezogen. „Für die Region ist das eine Riesenchance, weil die Welt darauf schauen wird“, sagte sie.

Auch Kay Nitsche, Leiter der Abteilung Naturschutz, Wasserwirtschaft und Bodenschutz im niedersächsischen Umweltministerium, verwies auf die Notwendigkeit einer intelligenteren Netzgestaltung. Als weiteren Aspekt, der mit dem Ausbau regenerativer Energien einhergehe, nannte er das bevorstehende Problem, das mit dem Entsorgen und Recyceln abgängiger Windkraftanlagen verbunden sei. Auch hier gebe es Förderprogramme, um beispielsweise einen Nutzen aus der Wiederverwertung von Gewerbeabfällen zu ziehen und neue Produktgruppen auszubauen.

Dass Ostfriesland auch jetzt schon auf Bundesebene als wichtige und innovative Region auf dem Gebiet grüner Technologien wahrgenommen wird, belegte schließlich Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. So habe die Stiftung in der Region seit 1991 insgesamt etwa 9000 Projekte mit rund 1,58 Milliarden Euro unterstützt. „Ostfriesland ist in der Lage, eine Modellregion zu werden“, so Bottermann. Dies bestätigte auch IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Torsten Slink. „Wir wollen aufzeigen, welches Potenzial wir noch haben.“

Im Anschluss an die Vorträge kamen die Teilnehmer bei einem Imbiss miteinander ins Gespräch. Am Mittwoch wurde das „Regionalforum greentech Ostfriesland“ in der Hochschule fortgesetzt.

Hier finden Sie das PROGRAMM des Regionalforums greentech Ostfriesland.